Glaub nicht alles, was man dir sagt, aber glaube, dass alles möglich ist.

Firmung

Firmung heißt Stärkung und genau das ist sie auch, eine Stärkung um als Christ leben zu können. Ach, wenn es nur so einfach wäre ;)
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Fortsetzung folgt?

In der Firmung wird das, was in der Taufe grundgelegt wurde, vollendet, bekräftigt und gefestigt. Die Firmung gehört neben der Taufe und der Eucharistie zu den sogenannten Eingliederungssakramenten. Mit der Taufe erfolgt die Aufnahme in die Gemeinschaft der Kirche. Somit wirkt die Taufe vor allem in die Kirche hinein. Bei der Firmung ist es andersherum. Zwar wird mit der Firmung die Aufnahme in die Kirche abgeschlossen, aber es geht vor allem um folgendes: Wie kann ich als erwachsener Christ meinen Glauben in der Welt und in meinem Alltag leben und meinen Glauben weitergeben? Durch die Firmung wird der Einzelne gestärkt und herausgefordert bewusst als Christ zu leben. Denn: Christin oder Christ ist niemand nur für sich.

Die Kraft, die einem in der Firmung geschenkt wird, ist die des Heiligen Geistes. Von ihm ist vor allem im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte die Rede. Dort wird erzählt, wie die Jünger Jesu vom Heiligen Geist erfüllt werden. Als Folge dieser „Bekräftigung“ stellt sich Petrus vor die Bewohner Jerusalems und bekennt sich öffentlich zu Jesus Christus. Die Apostelgeschichte erzählt auch, wie Petrus und Johannes die Kraft des Heiligen Geistes durch Handauflegung an die Bewohner Samariens weitergeben.

Dies ist zugleich auch das, was auch bei der Firmung geschieht: Wer gefirmt wird, erhält durch Handauflegung und Salbung die Zusage, den Heiligen Geist zu empfangen. „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“, spricht der Spender, während er dem Firmling mit Chrisamöl ein Kreuz auf die Stirn zeichnet. Die Firmung ist für einen Menschen also das „persönliche Pfingstfest“

Die hohe Bedeutung der Firmung ist daran erkennbar, dass sie grundsätzlich von einem Bischof und nur in Ausnahmefällen von einem Priester gespendet wird.

Wissenswertes zur Firmvorbereitung

Deine Firmung ist mit einer Vorbereitung verbunden, der sogenannten Firmvorbereitung. Diese dauert bei uns etwa ein halbes Jahr.

Das Mindestalter für den Empfang der Firmung liegt bei uns im Pastoralverbund bei 15 Jahren.

Während der Vorbereitungszeit finden sich Jugendliche in einer Firmgruppe zusammen, die vom Firmteam unseres Pastoralverbundes begleitet wird. In dieser Gruppe kann der eigene Glaube vertieft beziehungsweise neu kennengelernt werden. Auch die Bedeutung der Firmung und der Symbole im Firmgottesdienst werden besprochen. Aber auch aktuelle Themen, Zweifel, Ängste und vieles mehr können thematisiert werden.

Viele erleben die Vorbereitung auf die Firmung als eine sehr intensive Zeit. Manchmal wächst die Firmgruppe zu einer Gemeinschaft zusammen, die sich auch nach der Firmung regelmäßig trifft.

Die Entscheidung, ob er sich firmen lassen möchte, kann jeder nur alleine entscheiden. Und diese Entscheidung darf nicht durch Druck von außen beeinflusst oder erzwungen werden. Nur wer sich frei und ohne Druck für Jesus entscheidet, kann seinen Glauben an ihn auch im Leben leben.

Wenn du Zweifel hast, ob die Firmung das Richtige ist, oder deine Eltern oder Großeltern dich zur Firmung überreden wollen, kannst du gerne mit einem Mitglied des Firmteams sprechen.

Die Firmung wird bei uns alle zwei Jahre gefeiert. Die nächste Vorbereitung beginnt im Frühling 2023. Zu Beginn des Jahres werden Einladungen an alle Jugendlichen verschickt, die im Dortmunder Westen wohnen und bis zur Firmung 15 Jahre alt werden. Solltest du keinen Brief erhalten, aber dennoch bei uns zur Firmung gehen wollen, kannst du dich einfach im Pfarrbüro melden.

Wissenswertes für Eltern

Die Firmung ist ein wichtiger Schritt zum Erwachsenwerden. Ihr Kind hat eigene Werte und Einstellungen entwickelt und es ist selbstständiger geworden. Zugleich können Jugendliche aber die Tragweite ihres Handelns noch nicht immer überblicken und benötigen Unterstützung. In dieser Lebensphase kommt es ganz darauf an, in jeder Situation das richtige Verhältnis zwischen Distanz und Nähe zu finden.

Durch die Firmung macht Ihr Kind einen großen Schritt in Richtung Unabhängigkeit, auch in Glaubensfragen. Es muss alleine entscheiden, ob es als Christ leben will oder nicht. Bei dieser Entscheidung können Sie Ihrem Kind natürlich zur Seite stehen und miteinander überlegen, was ob die Firmung das Richtige ist. Gleichzeitig sollten Sie die Entscheidung Ihres Kinder aber akzeptieren, ganz egal wie diese Entscheidung aussieht. Zwang und Druck führen in der Regel zu Gegendruck und erschaffen sowohl zwischen Ihnen und Ihrem Kind, aber auch zwischen Ihrem Kind und dem Glauben eine unnötige Mauer. Sollte sich Ihr Kind gegen die Firmvorbereitung und/oder gegen die Firmung entscheiden, so ist auch diese eine Entscheidung, über die Sie sich freuen können. Ihr Kind hat nämlich damit eine Entscheidung getroffen, die es für richtig hält.

Außerdem kann Ihr Kind sich auch später noch firmen lassen. Zweimal im Jahr wird in Paderborn und in Dortmund jeweils eine Firmfeier für Erwachsene angeboten. Weitere Infos dazu sind weiter unten zu finden.

Was passiert beim Firmgottesdienst?

Die Firmung wird vom Erzbischof oder von einem Weihbischof gespendet. Sie findet während eines feierlichen Gottesdienstes statt. Nach dem Bekenntnis der Firmlinge zu ihrem Glauben breitet der Bischof die Hände über jedem Firmling aus und ruft den Heiligen Geist auf ihn herab. Es folgt die eigentliche Firmung. Der Bischof legt dem Firmling die Hände auf den Kopf, salbt ihm mit Chrisam ein Kreuzzeichen auf die Stirn und spricht dazu die Worte: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Der Firmling antwortet mit „Amen“. Das heißt übersetzt „So ist es.“

Während der Firmung wird der Firmling durch seinen Firmpaten begleitet. Der Firmpate bzw. die Firmpatin legt als Zeichen der Unterstützung die rechte Hand auf die rechte Schulter des Firmlings. Dadurch soll erfahrbar werden, dass niemand mit seinem Glauben alleine ist, und jemand hinter einem steht, der einem den Rücken stärkt und Freihält.

Firmpaten

Wie bei der Taufe wird für die Firmung ein Pate benötigt. Wie bei der Taufe soll der Pate oder die Patin das Patenkind auf seinem Lebensweg begleiten. Dabei soll er oder sie als Vorbild dienen und zeigen, welche Rolle der Glaube an Jesus im Leben spielt. Anders als bei der Taufe, bei der die Eltern die Taufpaten auswählen, entscheidet sich der Firmling selbst für einen Paten oder eine Patin. Der Firmpate kann, muss aber nicht der Taufpate sein.

Das Patenamt kann jede/r übernehmen, der oder die das 16. Lebensjahr vollendet hat, gefirmt und nicht aus der Kirche ausgetreten ist. Soweit die rechtlichen Voraussetzungen. Dass es unter diesen Bedingungen nicht einfach ist, eine passende Person zu finden, ist uns bewusst. Sollte dies so sein, finden wir gemeinsam sicher eine gute Lösung.

Wie bei der Taufe kann das Patenamt später nicht zurückgegeben werden. Es ist wie bei der Taufe eine lebenslange Aufgabe. Für die Firmvorbereitung ist es ideal, wenn der Firmpate oder die Firmpatin bereits zu Beginn der Vorbereitungszeit feststeht. So besteht nämlich die Möglichkeit, dass Firmling und Firmpate sich gemeinsam mit den Themen der Vorbereitung auseinandersetzen und schon einmal einüben gemeinsam über den Glauben, Zweifel … zu sprechen. Oft ist die Firmvorbereitung auch für die Paten eine Gelegenheit, sich einmal wieder Zeit zu nehmen und über den eigenen Glauben nachzudenken.

Unfun Fact: Der Backenstreich

Bis zur Neugestaltung der Firmfeier im Jahr 1971 gab es den sogenannten Backenstreich,. Dieser war eine angedeutete Ohrfeige, die der Bischof dem Firmling verpasste. Für diese symbolische und daher schmerzlose Geste gibt es unterschiedliche Interpretationen.

Eine volkstümliche Erklärung lautet, dass Gläubige für ihren Glauben bereit sein müssen, Schläge einzustecken. Nach einer anderen Erklärung ist der Backenstreich mit dem Ritterschlag zu vergleichen.

Welche Interpretation zutreffend sein mag, der Backenstreich stammt aus einer Zeit, in der körperliche Gewalt in der Kindererziehung als angebrachtes Mittel galt. Deshalb ist es gut, dass vor fast 50 Jahren der Friedensgruß an die Stelle des Backenstreichs trat.

Erwachsenenfirmung

Die Firmung wird zwar üblicherweise in der Jugend gespendet, ist aber kein Jugendsakrament. Getaufte Christen, die bereits die Eucharistie empfangen haben, aber in ihrer Jugend nicht gefirmt wurden, können die Firmung später erhalten. Für Konfessionslose, die sich erst im Erwachsenenalter für das Christentum entscheiden, oder für Menschen, die als Erwachsene von anderen Religionen zum Christentum konvertieren, gibt es die Möglichkeit, die drei christlichen Eingliederungssakramente Taufe, Eucharistie und Firmung zusammen in einem Gottesdienst zu erhalten.

Es gibt verschiedene Lebenswege, die dazu führen, dass sich Menschen im Erwachsenenalter und nicht schon als Jugendliche firmen lassen. Zu den Neugefirmten zählen häufig auch Neugetaufte Erwachsene. Zwei mal im Jahr gibt es daher im Erzbistum Paderborn eine Firmfeier für Erwachsene. Im Frühjahr findet die Erwachsenenfirmung kurz nach Pfingsten im Paderborner Dom statt. Im Winter am Beginn der Adventszeit wird sie in der Dortmunder Probsteikirche gefeiert.

Firmbericht einer Erwachsenen aus unserem Pastoralverbund

Mit 26 lies sich die Lehramtsstudentin Kate Faber taufen. Die Firmung war für sie ein weiterer besonderer Moment der Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen.

„Mit der Firmung wird bekräftigt, was mit der Taufe begonnen hat“. Gemeinsam mit anderen Erwachsenen stand Kate Faber im großen Chorraum der Dortmunder Propsteikirche. „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist“, sprach Weihbischof König zu jedem und jeder einzelnen, während er ihnen mit Chrisam-Öl ein Kreuz auf die Stirn zeichnete.

Über das Lesen biblischer Texte fand Kate Faber zum Glauben. Ein Jahr vor ihrer Firmung war in ihr der Entschluss gewachsenen, sich katholisch taufen zu lassen. Weder in ihrem Freundeskreis noch im Elternhaus hatte Religion und Glaube bis dahin eine Rolle gespielt.

Ihr Weg zum Glauben begann zunächst mit einem wissenschaftlichen Interesse an den Schriften der Weltreligionen. „Ich habe die Bibel gelesen, aber auch den Koran und buddhistische Schriften“, erzählt sie. Beim Lesen der biblischen Texte wandelte sich ihre Neugier zu einer Suche. Eine Stelle aus dem Matthäus-Evangelium treffe gut auf sie zu: „Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht; der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.“ (Matthäus 7,8)

Sie besuchte Gottesdienste und begann in ihrer Wohnortgemeinde Christus unser Friede bei Michael Vogt mit der Vorbereitung auf die Taufe, später auf die Firmung. Ihre Eltern und Freunde reagierten teilweise mit Unverständnis. Daher ging sie allein zur Taufe, aber ihre Freunde und Familie haben hinterher eine kleine Feier organisiert. Es gibt zwar Vorbehalte, aber ihre Entscheidung werde respektiert. Eine feste Gemeinde hat die Pendlerin zwischen Wohn-, Studien- und Praktikumsort noch nicht gefunden: „Ich wurde aber in allen Gottesdiensten, die ich besuchte, freundlich aufgenommen.“

Äußerlich hat sich ihr Leben nach der Entscheidung, sich taufen und firmen zu lassen, nur wenig verändert. „Neu ist meine Sicht auf die Welt und das Gefühl, mit Gott nicht alleine zu sein“, sagt sie. Auch die Unterscheidung zwischen Wichtigem und Unwichtigen fällt ihr seitdem leichter.