Pilgern im Dortmunder Westen

Bei der „Pilgergruppe“ handelt es sich aber um ein Angebot in der Fastenzeit, das sich an interessierte Menschen im Umfeld unseres pastoralen Raums richtet, die die Fastenzeit etwas anders gestalten möchten, um sich so auf die Osterzeit vorzubereiten.

Was genau ist eigentlich die Pilgergruppe und...

… wie ist sie entstanden?

Das Wort Pilgergruppe ist eigentlich irreführend, impliziert es doch normalerweise einen festen Personenkreis und einen festen Termin. Bei der „Pilgergruppe“ handelt es sich aber um ein Angebot in der Fastenzeit, das sich an interessierte Menschen im Umfeld unseres pastoralen Raums richtet, die die Fastenzeit etwas anders gestalten möchten, nämlich unterwegs sein, in der Gruppe oder auch für sich mit ganz unterschiedlichen Impulsen, um sich so auf die Osterzeit vorzubereiten.

Gruppe eigentlich nur, weil sich eine größere Anzahl Personen trifft, die das Angebot gemeinsam wahrnimmt. Es soll keinesfalls der Eindruck einer zusammen gewachsenen Gruppe entstehen. Unser Anspruch ist der, immer für alle offen zu sein.

Die Idee ist entstanden, als wir uns zu zweit überlegt haben, was man machen könnte, damit die Leute unseres pastoralen Raums sich näher kennenlernen können, über die bisherigen Angebote hinaus. Die Fastenzeit haben wir bewusst gewählt, um Interessierten die Möglichkeit zu geben, Zeit für sich selbst zu haben und sich aber auch über ihren Glauben auszutauschen.

Wie oft trifft sich die Pilgergruppe und...

… welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Wir pilgern die ersten drei Samstage in der Fastenzeit. Start ist immer am frühen Samstagmorgen. Die einzelnen Etappen sind zwischen 20 und 30 km lang, es gibt aber auch kürzere Etappen. Wir fahren dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Startpunkt und abends vom Ziel wieder mit ÖPNV zurück. Vom Zielpunkt geht es dann am nächsten Wochenende weiter. Man muss also einen ganzen Tag pro Etappe einplanen.
Die einzigen Voraussetzungen, die man mitbringen muss, sind eine gewisse körperliche Fitness, Spaß am Pilgern in der Gruppe und Neugier.

Welche Wege seid ihr denn schon gepilgert und...

… was plant ihr als Nächstes?

Wir sind schon den Jakobsweg von Paderborn nach Aachen gegangen, den haben wir am ersten Oktoberwochenende zu Ende gebracht. Uns fehlten da noch die letzten zwei Etappen, die wir jetzt mit einer Übernachtung in Angriff genommen haben. Eigentlich war dieser Abschluss schon für letztes Jahr geplant, zu unserem fünfjährigen Pilgerjubiläum, aber coronabedingt…
2020 haben wir dann in der Fastenzeit begonnen, den Jakobsweg von Münster nach Köln in Angriff zu nehmen, das wollen wir 2022 fortsetzen.
Außerdem sind wir 2020 den St. Peter Pilgerweg gegangen, der von der Marienkirche zur Hohensyburg führt.
2019 ist eine Gruppe von Sarria nach Santiago gepilgert, die letzten entscheidenden 100 km des Jakobswegs. Das wird sicher allen Teilnehmer/ innen noch lange in Erinnerung bleiben.
So schnell werden uns die Pilgerwege nicht ausgehen, da muss man sich nur einmal das internationale Pilgerwegenetz ansehen.

Was macht das Pilgern so besonders und...

… wodurch unterscheidet es sich vom Wandern?

Vom Weg her ist pilgern weit weniger interessant als wandern, man geht oft über oder an großen Straßen entlang. Die Pilger haben sich oft den Handelsreisenden angeschlossen, allein wäre die Reise zu gefährlich geworden und die Händler haben natürlich überwiegend große Straßen genutzt. Ein Beispiel hier in der Nähe ist z. B. der Hellweg, früher sowie heute eine große Straße. Trotzdem durchläuft man natürlich sehr unterschiedliche Landschaften, z. B. das Münsterland, auch den Dortmund-Ems-Kanal, die Soester Börde oder das Ruhrgebiet, aber auch den Hambacher Forst etc…
Was das Pilgern aber so besonders macht, sind die besonderen Erlebnisse unterwegs, das Kennenlernen neuer Menschen und ihrer Lebenswege, aber auch die freundliche Aufnahme in Gemeindehäusern, um unterwegs eine Pause machen zu können, die Begeisterung der Menschen, wenn wir als Pilgergruppe in “ihre“ Kirche kommen, eine Führung durch „ihr“ Dorf buchen etc… Leider kann man die Erlebnisse hier nicht alle ausführlich schildern. Das Gespräch mit anderen Pilgern unterwegs, der Stolz den Weg geschafft zu haben, auch wenn es oft sehr anstrengend ist, die Tarta am Schluss…
Ein besonderes Erlebnis, das eigentlich nur beim Pilgern passiert, möchte ich aber doch kurz erzählen: Bei unserem letzten Pilgern hat eine Teilnehmerin ihr Smartphone beim Versuch einen Schwan zu fotografieren in der Erft versenkt. Alle Rettungsversuche auch mit Hilfe eines herbeigeeilten Anglers fruchteten nichts. Eine Woche später sind wir wieder an den und Ort gefahren, um weiter zu pilgern. Im Zug erreicht uns ein Anruf des Anglers, er hat sich einen Tag später noch einmal mit einem Metalldetektor auf die Suche gemacht und das Smartphone gefunden und getrocknet. So konnte er voller Stolz ein funktionstüchtiges Smartphone an seine glückliche Besitzerin zurückgeben.

Was können Interessierte tun, ...

… die sich fürs Mitmachen interessieren?

Wir werden uns rechtzeitig mit einem neuen Angebot zur Fastenzeit melden, die Infos kommen dann in die Pfarrnachrichten, ins Internet und auf Plakate, dort stehen auch die Kontaktdaten. Wir haben aber auch in fast jeder Gemeinde Menschen, die schon am Pilgern teilgenommen haben, sprecht mit Ihnen.

 

Wir freuen uns auf und über jeden „Neuzugang“.