Seit Ende Juli 2026 bin ich von der „Bildfläche“ verschwunden. Anfang August hat sich medizinisch das bestätigt, was Ende Juli vermutetet wurde – ein Tumor in meiner Bauchspeicheldrüse ist als „Untermieter“ bei mir eingezogen.
Die Diagnose war und ist ziemlich frustrierend, aber durch Bildgebung und weitere Untersuchungen wurde auch klar, dass der Tumor bislang keine Mestastasen gestreut hat und die Lymphknoten, Gefäße und umliegende Organe ebenfalls nicht befallen sind. Die Behandlung wurde im Katholischen Klinikum St. Josef in Bochum geplant und ist seit Mitte August bereits mit zwei Chemotherapie gestartet. Angedacht sind vier weitere Chemotherapien. Danach, so ist der Plan, soll der Tumor operativ entfernt werden. Nach einer anschließenden Erholungsphase sollen dann noch einmal sechs weitere Chemotherapien folgen.
Zeitlich wird die ganze Behandlung mit großer Wahrscheinlichkeit bis ins erste Drittel des nächsten Jahres andauern. Bis dahin wird es für mich eine „essigsaure Gurkenzeit“ geben.mIch gehe mit der Krankheit und dem weiteren Drumherum sehr offensiv um. Ob auch die noch verbleibenden Haare ausfallen oder nicht, kann ich nicht sagen – es bleibt eine „Überraschung“.
Natürlich werde ich mich ab jetzt an den jeweiligen Zustand nach den Therapien anpassen müssen und werde große Menschenansammlungen meiden (darunter zählen leider auch meine geliebten Familiengottesdienste). Wenn es möglich ist, versuche ich vereinzelte Gottesdienste wieder zu übernehmen. Aber bei allem, was jetzt ist – ich habe geliebte Menschen an meiner Seite, die mich tragen, stützen und manchmal in den Allerwertesten treten. Ich spüre um Ihr und Euer Gebet und um die vielen Kerzen, die für mich angezündet werden. Darum bitte ich weiter!
Seit 57 Lebensjahren war und ist gesundheitlich immer etwas bei mir los, aber eins ist mir dabei nicht verloren gegangen, die Freude und Fröhlichkeit im Herzen über die Gewissheit, dass Gott den besten Plan für mich hat. Das hört sich vermutlich für den einen oder anderen etwas „schnulzig“ an, aber in den letzten dreißig Jahren habe ich genau das immer am eigenen Leib erlebt! Gott hebt mich nach jeder gesundheitlichen Bruchlandung wieder zärtlich und sicher auf die Beine und schickt mich auf den Weg, den ER für mich vorgesehen hat.
Wer mich kennt weiß, dass ich bei allen äußeren und inneren Schwierigkeiten versuche, Gottes Plan zu vertrauen. ER meint es auch im Durchleben von Krankheiten unendlich gut mit uns. Das ist manchmal so schwer, zu verstehen aber in der konkreten Situation oft die einzige Stütze.mKonkret wird das immer dann, wenn ich in Untersuchungen oder unzähligen Operationen in den letzten 28 Jahren ohnmächtig das tun muss, was ich eigentlich nicht tun möchte! Dann schließe ich auf den Wegen zur Behandlung, in den Räumen, in denen die Narkose eingeleitet wird einfach die Augen und schaue in das liebende barmherzige Gesicht Gottes und sage IHM:
„Ich weiß, dass Du mein Vater bist, in dessen Arm ich wohl geborgen. Ich will nicht fragen, wie Du führst, ich will Dir folgen ohne Sorgen. Und gäbest Du in meine Macht mein Leben, dass ich selbst es wende; ich legt‘ in kindlichen Vertrau’n es nur zurück in deine Hände.“ (Bernhard Bartmann)
Zur Information für fragende Menschen: Ich kann auch weiterhin sprechen und gedenke das auch weiter zu tun. Wer mich also anspricht, erhält auch eine Antwort 😉. Gleiches gilt für Telefonate: Sollte ich nicht sofort drangehen, rufe ich sicher zurück.
Ihr und Euer
Ansgar Eickelmann