Einen gewohnten Ort aufzugeben, der mit vielen Erinnerungen verbunden ist, war nicht leicht. Schließlich haben sich hier oftmals, neben dem Glaubensalltag, ganz persönliche, das Leben prägende Erlebnisse in prägenden Zeiten abgespielt: Kirchenfeste, Taufen, Feiern der Erstkommunion, Firmungen, Trauungen… Der Abschiedsprozess war und ist für alle Beteiligten nicht einfach, aber eins hat sich am Tag der Profanierung deutlich gezeigt: Es gab eine große Anteilnahme, Beteiligung und Unterstützung von Menschen aus dem gesamten Pastoralverbund. So konnte der Abschied von der Heilige Familie zu einem würdigen Abschied werden, an dem sich auch das gute Zusammenspiel von Haupt-und Ehrenamt ablesen lies.
Ab 15.00 Uhr war die Kirche und die Ausstellung geöffnet. Sowohl die Ausstellung als auch die offene Kirche wurde von vielen für die persönliche Verabschiedung als auch für das persönliche Gebet genutzt.
Um 17.00 Uhr begann der letzte Gottesdienst. Weihbischof Holtkotte eröffnete den Gottesdienst und sagte „Ich nehme die Stimmung in dieser Kirche wahr und ich nehme sie sehr ernst.“ Geprägt war der Gottesdienst von Erinnerungen und vielen Beiträgen, in denen auch der persönliche Abschied zum Thema gemacht wurde. Am Ende des Gottesdienstes las Wehibischof Holtkotte das Profanierungsdekret des Erzbischofs vor. Die Altarleuchter und das Ewige Licht wurden im Anschluss gelöscht, da die Kirche ab diesem Moment keine Kirche mehr ist. Die Altarreliquien nahm der Weihbischof mit ins Bischofshaus, das Allerheiligste wurde nach St. Magdalena gebracht und die Pieta, die ebenfalls mit rausgetragen wurde, findet einen neuen Platz in St. Laurentius.
Im Anschluss an den Gottesdienst, der musikalisch ganz wunderbar von Cantamus und N-Joy begleitet wurde, gab es die Möglichkeit bei Getränken und Canapés miteinander ins Gespräch zu kommen und Erinnerungen auszutauschen.
3D-Kirchenmodelle, Erinnerungsausstellung, Film und Broschüre
Eine Ausstellung wurde zusammengestellt, in der z. B. Fotos oder persönliche Zeilen zusammentragen wurden.
Zum Profanierungstag ist ein Image-Film vorbereitet worden, der mit einer Drohne gemachte Aufnahmen in und um die Kirche Heilige Familie zeigt. Er war ebenfalls Teil der Ausstellung und kann hier auch weiterhin angeschaut werden. Zum Video
Ebenfalls wurde mit einem 3D-Drucker Kirchenmodelle erstellt, die langjährigen ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen und Vertreter*innen der Gruppierungen in Hl. Familie als Geschenk überreicht wurden. Interessierte können das Modell gegen eine Spende bei Franz Ellendorff bestellt werden.

Das Ehepaar Spieker hat eine liebevolle Broschüre erstellt, in der die Geschichte der Kirche und auch viele Details der Kirche und deren Ausstattung dargestellt werden. Diese kann, ebenfalls gegen eine Spende, im Zentralen Büro Lütgendortmund abgeholt werden.
Was passiert danach?
Aktionsraum Kirche Heilige Familie – Manifesta 16 Ruhr
Drei katholische Kirchengebäude in Dortmund werden ab Sommer 2026 zu Aktionsräumen der internationalen Kunstbiennale Manifesta 16 Ruhr. Sie sind Teil der prämierten Konzepte des Open Calls „This is not a church“. Unter insgesamt 217 eingereichten Entwürfen wählte eine internationale Jury 16 Projekte aus, die in zehn Städten des Ruhrgebiets umgesetzt werden. Drei der ausgewählten Ideen stammen aus Dortmund und werden überwiegend von freien Künstlerinnen und Künstlern sowie zivilgesellschaftlichen Initiativen verantwortet. Die Realisierung erfolgt im Rahmen des offiziellen Manifesta-Programms, in Marten ab August 2026, für etwa vier Wochen. Die weiteren Kirchen in Dortmund sind: Heilig Geist und St. Martin Gartenstadt. Veranstalter sind das Land NRW und das Kulturbüro der Stadt Dortmund.
Danach ist mittelfristig der Verkauf der Kirche und der benachbarten Gebäude (Pfarr-/Gemeindehaus) geplant
Auch die Stadt Dortmund, die aktuell das Gemeindehaus für den Offenen Ganztag der Steinhammer-Grundschule gemietet hat, ist hier weiterhin ein wichtiger Gesprächspartner. Das Kirchengebäude ist denkmalgeschützt und darf nicht abgerissen oder bis zur Unkenntlichkeit baulich verändert werden. Es prägt den Stadtteil, soll als Gebäude erhalten bleiben, und das nicht nur als Wahrzeichen, sondern möglichst auch als Ort der Begegnung für den Stadtteil und darüber hinaus.













































































































































