Kirche gegen Langeweile

Filmtipp: Die zwei Päpste


(Quelle: katholisch.de)

Heute gibt es mal wieder einen Filmtipp. Und zwar stellen wir euch den dreifach Oscar nominierten Film "Die zwei Päpste vor".

Regisseur Meirelles inszeniert im Film "Die zwei Päpste" das Ringen um eine Neuausrichtung der katholischen Kirche. Dazu nutzt er das Zwiegespräch zwischen den beiden Päpsten Franziskus und Benedikt XVI. 

Die Papstwahl des argentinischen Kardinals Jorge Mario Bergoglio am 13. März 2013 markiert eine grundlegende Änderung in der katholischen Kirche. Denn die fiktionalisierte Geschichte eines Aufeinandertreffens der beiden Päpste Benedikt XVI. und Franziskus ist nichts anderes als ein Plädoyer für eine überfällige und grundsätzliche Veränderung innerhalb der katholischen Kirche.

Eingeleitet wird die fiktive Geschichte durch eine Ansprache Bergoglios, der als Erzbischof von Buenos Aires 2005 zu den Argentiniern spricht, die unter der Wirtschaftskrise stark leiden. Acht Jahre später wird er durch den Rücktritt Joseph Ratzinger als Benedikt XVI. zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt.

Seitdem versucht Papst Franziskus als der "Papst der Armen" nach außen und medienwirksam der Kirche einen neuen Kurs zu verpassen. Heftige Gerüchte über dubiose Verbindungen der Kirche zur Mafia, intransparente Geldgeschäfte und Vertuschung sexuellen Missbrauchs durch kirchliche Würdenträger hatten zuvor die Fundamente des Vatikans erschüttert.

Bewegend ist die wechselseitige Beichte der beiden Päpste in der Sommerresidenz Castel Gandolfo. Benedikt berichtet erschütternd von der Einsamkeit seiner Rolle und der Last der Verantwortung als Stellvertreter Christi auf Erden. Franziskus hält dagegen: Die Zeit für eine Veränderung kann nicht länger auf sich warten lassen. Frauen müsse mehr Raum und Einfluss in der Kirche ermöglicht werden.

Das Thema Missbrauch ist eine Schwachstelle des Film. Die Kamera zieht sich sanft zurück, der Ton wird abgeblendet und Türen werden verriegelt. Auch die verkürzte Darstellung der argentinischen Geschichte ist als weitere Schwachstelle zu nennen.

"Die zwei Päpste" wirft zwar charmante, aber fiktive Blicke hinter die Kulissen des Vatikans. Zum Beispiel wenn beide Päpste gemeinsam Pizza essen, das Finale der Fußball-WM 2014 zwischen Deutschland und Argentinien verfolgen oder ihren unterschiedlichen musikalischen Vorlieben huldigen. 

Hier geht es zum Trailer

Den Film findet ihr kostenlos auf Netflix