Glauben feiern

Lebendige Krippe in Heilige Familie

Pressebericht

 Ruhrnachrichten vom 04. 12. 2018


Durchs Römerzelt zum Stall von Bethlehem
MARTEN . Eine besondere Krippe steht in der katholischen Kirche am Sadelhof: Sie lädt an acht Stationen zur einer interaktiven Zeitreise ein.
Von Beate Dönnewald Nach dem erfolgreichen „Ostergarten“ vor zwei Jahren hat sich das Team des katholischen St.-Laurentius-Familienzentrums erneut an ein interaktives Projekt gewagt. Das Ergebnis ist seit Sonntag in der katholischen Kirche „Heilige Familie“ am Sadelhof in Marten zu bewundern: Eine „lebendige Krippe“, die die Besucher zu einer interaktiven, weihnachtlichen Reise nach Bethlehem einlädt – mit einem gewaltigen Zeitsprung von 2000 Jahren. Zahlreiche Gemeindemitglieder nutzten nach der Messe und einem gemeinsamen Mittagessen die Gelegenheit, sich die „lebendige Krippe“ erklären zu lassen.
Am Montagvormittag nahm sich Ursula Stokowy vom Kirchenvorstand auf Anfrage dieser Redaktion noch einmal Zeit für eine Extra-Führung durch die Ausstellung. Insgesamt sind es acht Stationen, an deren detailreicher und liebevoller Gestaltung alle Kindergartenkinder, die Erzieherinnen und einige Gemeindemitglieder wochenlang gewerkelt haben. „Alle waren und sind bei diesem Projekt mit großem Herzblut dabei“, betont Ursula Stokowy und zeigt Richtung Eingangstür, wo der interaktive Rundgang beginnt.

Station 1: Weihnachtstrubel in einem Kaufhaus – „Jingle Bells“ und Lautsprecherdurchsagen dringen mittels Bluetooth-Technik an die Ohren der Besucher. Der Weihnachtsbaum ist mit schreiend bunten Lichtern geschmückt, der Tisch daneben üppig gedeckt: „Wir haben hier ganz bewusst übertrieben, um so den Gegensatz zwischen heute und früher deutlich zu machen“, so Ursula Stokowy.


Station 2: In wenigen Schritten geht es durch einen Zeittunnel zurück in die Zeit kurz vor Christi Geburt. An einem Römerzelt müssen die Besucher Wege-Zoll bezahlen (indem sie etwa ihr Handy abgeben), dann empfängt sie eine Bewohnerin aus Nazareth. Diese Rolle und die Rolle eines Römers übernehmen bei allen Führungen ab diesem Dienstag (4.12.) Kita-Leiterin Barbara Schulte (am Sonntag wurde sie von Ramona Sambolz vertreten) und Erzieherin Julia Fitzke.


Station 3 zeigt einen orientalischen Markt vor der „Skyline“ von Nazareth. „Dieses Kamel haben die Kinder und Erzieherinnen aus einem riesigen Karton gebaut“, erzählt Ursula Stokowy. Andere Requisiten wie etwa der Esel und das Spielhaus gehören schon lange zum Kita-Inventar, einige Dekoartikel sind auch Leihgaben von Gemeindemitgliedern.


Station 4 ist das Haus von Maria und Josef mit einer Zimmermannsecke: Vor dem Brunnen spricht Maria auf einer CD sorgenvoll über ihre Situation als schwangere, nicht verheiratete Frau.


Station 5 zeigt das Hirtenfeld und ist zweifelsohne die Lieblingsstation der Kinder. Denn hier können sie mit kleinen Schafen kuscheln und ein eklektisches Lagerfeuer bewundern. Die Besucher werden an dieser Station Zeuge, wie die Hirten von Gottes Sohn erfahren.


Station 6: Hier treffen die Besucher auf die Sterndeuter, die Heiligen Drei Könige. Ihnen und den Hirten folgen sie nach Bethlehem.


Station 7 zeigt den Stall von Bethlehem. Erst am 24. Dezember wird das Jesuskind in die Krippe gelegt, solange liegt darin eine Krone, die symbolisiert: Hier wird der Friedensfürst geboren. An dieser Station können Kinder und Erwachsene auf Papp-Sternen ihre Wünsche und Gedanken malen oder schreiben. „Sie werden dann als Fürbitten im Gottesdienst vorgelesen“, so Stokowy.


Station 8 ist noch einmal das Römerzelt: Hier werden die Besucher vom Römer verabschiedet und erhalten Gastgeschenke.


Ursula Stokowy freut sich auf die nächsten Wochen und wird bei der ersten Führung dabei sein. „Mit mehr Inbrunst und Selbstverständnis kann man das Leben Jesu und die Bedeutung von Weihnachten nicht vermitteln“, sagt sie. Pfarrer Hoernchen, der am Sonntag unter den Besuchern war, ergänzt: „Der Weg zur Krippe wurde für Jung und Alt lebendig und mit ganz viel Verbindung zu den Lebensthemen der Menschen von heute gestaltet.“ Für Barbara Schulte bietet die Zeitreise zudem eine Gelegenheit für eine Auszeit in der vorweihnachtlichen Hektik.
Die Führung dauert rund eine Stunde.

Führungen: 4., 5., 10., 11., 12., 17., 18., 19. Dezember sowie am 7., 8. und 9. Januar um 14.30 Uhr; 13. und 20. Dezember sowie 3. und 10. Januar um 10 Uhr. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Darüber hinaus können auch individuelle Termine vereinbart werden.
Kontakt: Tel. 614235.


Die „Lebendige Krippe“ ist eine Sinnenarbeit der Evangelischen Landeskirche in Baden, die Autoren sind Lutz und Annette Barth. Die Martener Kita hat dafür die Lizenz erworben.